SOMEDAY JACOB

// November 18th, 2015 // Allgemein

Einfaches RGB

It might take a while

Besagtes Album heißt „It Might Take A While“, da wird das eben beschriebene Gefühl deutlich. Es erscheint im Juli 2015 bei Haldern Pop / Rough Trade und ist in Deutschland, UK sowie den USA entstanden. Beteiligt sind u. a. besagter Vance Powell (Kings of Leon, White Stripes,  Jack White) und Richard Dodd (George Harrison, Tom Petty, Dixie Chicks) sowie die texanische Americana-Sensation Israel Nash Gripka.

Hier fließt ein Album wie der eingangs erwähnte tief goldgelber Dotter eines freien glücklichen Huhns. Es weiß um all das Wunderbare der Musik der, sagen wir, letzten fünf Dekaden. Aus den Mineralien der Geschichte – der eigenen und vieler musizierender anderer – reifte dieses Werk zu einem der Besten seiner Art seit langem. Wer hätte gedacht, dass Schalke in Madrid vier Tore schießt oder Someday Jacob aus Bremen ein wundersames musikalisches Kunstwerk zaubern, ohne täglich von der Sonne Kaliforniens durchdrungen worden zu sein? Diese Konzentration an Melodien, diese luftige schwebende Produktion, all das in der Summe eindringlich und wunderschön.

Trotz des Titels ist man ganz schnell mittendrin: In den faszinierenden 70s-Harmoniegesängen nach der Art von Neil Young oder CS&N sowie der musikalischen Sensibilität, die Someday Jacob in die Nähe von Neo-Folkern wie Midlake oder Scott Matthews rücken. Manche Songs glänzen wie dunkle Edelsteine in noch dunkleren Höhlen („Useless Light“), manche tragen das Laurel Canyon im Herz ihrer musikalischen DNA („Daily Bread“, „Trade It All In“), manche berühren mit leiser Intimität, die durch die Streichersätze des britischen Meisterarrangeurs Johnny Parry noch unmittelbarer wird („Room With A View“). Die erste Single, „Between Me And You“, trägt den leisen Zauber von Fleetwood Mac in sich – und weitet den musikalischen Horizont von Someday Jacob noch ein klein wenig mehr.

Bereits für das 2012 erschienene Debütalbum „Morning Comes“ applaudierte die Musikwelt lautstark. Schlüter, damals noch ein Solokünstler, beeindruckte mit souveränem Indie-Folk mit Americana-Anleihen. Er landete u. a. prompt mit einem abendfüllenden Live-Konzert bei NDR 2, bekam einen Platz auf dem begehrten New-Voices-Sampler des Rolling-Stone-Magazins und spielte gut 200 Shows in Deutschland, Holland sowie dem UK. Unterwegs entstand mit Martin Denzin (Schlagzeug, Gesang), Uli Kringler (Gitarre, Gesang) und Manuel Steinhoff (Bass, Gesang) die Band, die nun Someday Jacob ist – und mit „It Might Take A While“ ein außergewöhnliches, frappierend zeitloses Album vorlegt.

 

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